Leere Blutspendezentren wegen Covid-19

Reem steht vor dem Warteraum des Blutspendezentrums in Tripoli und blickt auf die leeren Stühle. Reem ist Abnahmehelferin und zuständig dafür, ankommende Blutspender_innen zu begrüßen, ihre Daten aufzunehmen, sie beim Ausfüllen des Spender_innenfragebogens zu unterstützen und während und nach der Blutspende für ihr Wohlergehen zu sorgen. „Heute haben gerade einmal 3 freiwillige Spender_innen den Weg zu uns gefunden, es fehlt in allen Regionen an Blutkonserven, so Reem. Den Rückgang beim Spender_innenaufkommen bestätigt auch Elie Dagher, stv. Leiter des Blutspendedienstes des Libanesischen Roten Kreuzes: 

„Wir merken, dass sich seit Beginn der Krise das Spender_innenaufkommen stark reduziert hat. Und auch die mobilen Spenderteams stehen still.   

Der Rückgang an Blutspender_innen ist eine logische Folge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Aber das Blut fehlt in den Krankenhäusern, wo weiterhin tagtäglich dringende Eingriffe stattfinden. Und der Rückgang an Spender_innen ist vor allem eine große Herausforderung für ein Blutspendewesen, in dem sich das freiwillige Blutspenden an nicht verwandte Personen erst nach und nach gesellschaftlich etabliert. Umso wichtiger ist es jetzt die Herausforderung anzunehmen und mit Hilfe des Österreichischen Roten Kreuzes an deren Lösung zu arbeiten, betont Dagher: 

„Wir arbeiten unter Hochdruck an neuen Kampagnen und an einem Terminvergabesystem, damit Spender_innen sich online ihren Termin für eine sichere Blutspende reservieren können. Wir hoffen, wir können damit wieder mehr Menschen überzeugen, uns ihr Bestes zu geben! Mit Terminvergaben können wir auch Warte- und Stoßzeiten verringern, und unseren Spender_innen eine komfortablere und sichere Blutspende garantieren.  


Christian Kloyber

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Christian Kloyber

in Allgemeine News


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