Die Flüchtlingssituation ist ein Armutszeugnis für ganz Europa …

Rund 7.000 Menschen leben derzeit im Camp Kara Tepe auf Lesbos, darunter viele Frauen und Kinder. Sie schlafen in Zelten, trotz der winterlichen Temperaturen, des starken Winds und der Regenfälle, die immer wieder zu Überschwemmungen führen. Das Rote Kreuz forderte daher heute erneut eine dauerhafte Lösung für die Menschen in Kara Tepe sowie schutzbedürftige Menschen aus den griechischen Flüchtlingscamps nach Österreich zu holen.

„Die Flüchtlingssituation ist ein Armutszeugnis für ganz Europa. Kein Mensch sollte in der EU gezwungen sein, im Zelt zu leben, schon gar nicht im Winter. Wir appellieren an die österreichische Regierung Solidarität zu zeigen, und schutzbedürftige Flüchtlinge aus Griechenland in Österreich aufzunehmen. Diese Menschen brauchen dringend eine dauerhafte Lösung“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer.

Nach der Zerstörung des Camps Moria durch einen Brand am 8. September, bauten die Behörden innerhalb kürzester Zeit ein neues Camp als Übergangslösung auf. Hilfsorganisationen, wie das Rote Kreuz, arbeiten seitdem mit Hochdruck daran, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Derzeit sind drei Delegierte aus Österreich in Kara Tepe im Rotkreuz-Einsatz, um die Wasser- und Sanitärversorgung sowie die hygienischen Bedingungen im Camp zu verbessern.

„Der Winter hat die Situation im Camp weiter verschlimmert. Bei Regen stehen große Teile innerhalb kürzester Zeit unter Wasser, die Menschen schlafen in der Nacht im nassen Zelt. Zusätzlich bläst starker Wind, der bis zu 100kmh erreicht, manche Zelte halten dem nicht Stand. Die Menschen müssen bei zehn Grad mit kaltem Wasser duschen. Die Bedingungen sind katastrophal“, sagt Christine Widmann. Die Tirolerin arbeitet daran, einen Platz zum Wäschewaschen einzurichten und die Duschsituation zu verbessern. Auch der Lockdown in Griechenland erschwere den Hilfseinsatz zusätzlich, da durch die Schließung vieler Geschäfte benötigtes Material nur schwer beschafft werden kann.

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